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Projekt

Hintergrund

Die Ergebnisse der Studie zur Internationalen Erwachsenenbildung (externer Link) haben die Art und den Umfang der Defizite bei Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen in Europa aufgezeigt. In allen Ländern, die im Rahmen der Studie untersucht wurden, waren zwischen einem Viertel und bis zu mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung nicht in der Lage, das untere Leistungsniveau zu erreichen, das als geeignetes Minimum gilt, um den Anforderungen der modernen Lebens- und Arbeitswelt gerecht zu werden. Das Ausmaß des Problems wurde seither durch andere Studien bestätigt.

Das geringe Niveau der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen ist sowohl für die einzelnen Arbeitnehmer als auch für die Regierungen eine große Herausforderung. Durch den schnellen Wandel des wirtschaftlichen, sozialen und politischen Lebens und die Einführung neuer Technologien sind immer mehr Kompetenzen gefragt, um persönlichen Erfolg, Selbstverwirklichung, soziale Integration, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand zu sichern. Forschungsergebnisse (externer Link) aus Kanada und den Vereinigten Staaten legen nahe, dass effektive Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen die Basis für Arbeitsleistung und Zufriedenheit sowie für die Unternehmensentwicklung bilden. Eine Verbesserung der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen reduziert die Unfallhäufigkeit und erhöht die Kundenzufriedenheit, die Arbeitnehmerbindung sowie die Teilnahme an und den Erfolg bei der Berufs(aus)bildung. Außerdem wird die interne Kommunikation verbessert und Fehlzeiten sowie Abfall werden reduziert.

In Europa gibt es allerdings nur sehr wenig systematische Belege darüber, wie Grundbildungstrainings die Leistungsfähigkeit einzelner Arbeitnehmer verbessern oder wie diese Grundbildung sich auf die Unternehmensleistung auswirkt. Die Evaluierungen der Schulungen werden häufig den Bildungsanbietern oder Gewerkschaften überlassen, welche die Schulungen durchführen. In der Vergangenheit waren diese Evaluierungen hauptsächlich darauf gerichtet, den Lernprozess und den Lernwert für den einzelnen Lernenden zu ermitteln und weniger darauf die Verbesserung der Leistungsfähigkeit einzelner Arbeitnehmer und des ganzen Unternehmens festzustellen. Ergebnisse von Fallstudien (externer Link) legen ebenso dar, dass dort wo versucht wurde die Auswirkung der Grundbildungstrainings auf die Leistung des Einzelnen und/oder des Unternehmens zu evaluieren, ungenügend auf wissenschaftliche Modelle oder Theorien zurückgegriffen wurde.

Durch ein ungenügendes Evaluierungssystem ist die verfügbare Datenmenge, auf die man eine überzeugende Argumentation für die Grundbildungsförderung aufbauen könnte, begrenzt. Außerdem schränkt es die Möglichkeiten der Arbeitgeber ein, den Verbesserungsbedarf der Grundbildungstrainings in ihrem Unternehmen präzise zu beurteilen und benötigte Investitionen und Ressourcen für die Grundbildung richtig einzuschätzen.

Des Weiteren bedeutet der Mangel an geeigneten Evaluierungsmethoden, dass es den Bildungsanbietern an ausreichenden Informationen fehlt, um feststellen zu können, inwiefern ihre Grundbildungstrainings den Unternehmenszielen dienen. Dieser Umstand hindert sie daran, geeignete Programminhalte und Vermittlungsmethoden zu entwickeln und zu verfeinern, die den Grundkompetenzanforderungen der Arbeitgeber entsprechen.

Das WoLLNET-Projekt wird diese Fragen angehen mit Hilfe der Entwicklung eines webbasierten, anwenderfreundlichen und theoretisch fundierten Toolkits, das es den Arbeitgebern, Bildungsanbietern und Gewerkschaften der teilnehmenden Länder erlauben wird, die Auswirkung von betrieblichen Grundbildungstrainings auf den Lernprozess sowie auf die Leistung des einzelnen Arbeitnehmers und des Unternehmens systematisch zu bewerten.